Labyrinthe

Das Labyrinth im Wald von Stift Börstel

An einem schönen Sonnentag besuchen wir Stift Börstel und das dazugehörige Labyrinth im Wald. Stift Börstel liegt umgeben von Wald im nördlichen Osnabrücker Land.

Das kleine Stift ist ein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster und heute ein ökumenisches Stiftkapitel, in dem zehn Frauen der Gemeinschaft angehören.

Die sehr sympathische Äbtissin erzählt uns bei unserem Besuch einiges über das Kloster und besonders auch zu dem Labyrinth. Dieses ist vor einigen Jahren nach ihrem Plan von der damaligen FÖJlerin umgesetzt worden. Lebensbaum und Hemlocktannen wurden gepflanzt und sind mittlerweile zu einer Hecke herangewachsen.
Das Labyrinth hat 7 Umgänge, die konzentrisch verlaufen. Seine Weglänge ist 515 m bis zur Mitte und dank der guten Planung, sind die Wege angenehm breit. Durch die konzentrischen Kreise sind die Labyrinthwege immer um den Mittelpunkt angelegt, ähnlich wie bei einem Otfridlabyrinth.

Gemeinsam mit meinem Mann und unseren Hunden machen wir uns auf zum Labyrinth, das man rechts im Wald findet.

Nach einen kurzen Begrüßungsritual betrete ich in das Labyrinth. Auch mein Mann und unsere beiden Hunde gehen mit in das Labyrinth.

Die Höhe der Abgrenzungen durch die Hecken ist so, dass wir uns noch sehen, aber nicht stören. Die Wege sind angenehm breit zu begehen.

Da das Labyrinth konzentrisch um den Mittelpunkt angelegt ist, hat man schnell das Empfinden, man umkreist die Mitte. Interessante Gedanken zur Mitte steigen in mir hoch.

Wo ist meine Mitte, was ist meine Mitte? Bin ich momentan in meiner Mitte?

Und wie fühlt es sich an, nicht in meiner Mitte zu sein, sondern sie ständig zu umkreisen?

Während ich den Weg noch laufe und über diese Fragen nachdenke, ist unsere Hündin Emily schon in der Mitte angekommen. Sie ist ein alter „Labyrinthhase“ und weiß, dass sie zwischen der Hecke hindurch schlüpfen und sich so den langen Weg ersparen kann. Witzigerweise aber ist es ihr immer wichtig, die Mitte zu erreichen.

Unser Junghund Connor läuft zum ersten Mal frei in einem Labyrinth mit Hecken. Er genießt den Weg. Rennt zwischen mir und meinem Mann hin und her. Begrüßt uns jedesmal freudig und sprintet weiter. Wie ein kleines Kind, das das Labyrinth zum ersten Mal entdeckt. Natürlich ist er auch vor mir in der Mitte. Diese ist schön groß und wir können alle dort verweilen. Eine beruhigender Ausstrahlung geht von hier aus.

Die anderen machen sich schon auf den Rückweg, während ich einen Moment allein dort stehen bleibe.

Ich danke für dieses Erlebnis im Labyrinth, auch mit den Hunden. Sehe, wieviel Freude es allen macht, das Labyrinth zu laufen. Ich fühle eine sehr tiefe Dankbarkeit in mir und mir wird bewusst, wie eng meine Mitte mit meinem Glauben verbunden ist und ich dort Kraft schöpfen kann. Die Mitte als Quelle, die sowohl eine Verbindung zum Göttlichen, als auch zur Erde hat und dadurch sehr bodenständig ist. Die Bäume, die sowohl in der Mitte des Labyrinthes, als auch auf dem Weg stehen, erden den Labyrinthgänger und vermitteln eine angenehme Stärke. Da ist etwas, an das ich mich anlehnen kann. Sie sind für mich bei diesem Labyrinthgang ein Symbol, meine Mitte auch zu leben und auf die Erde zu bringen.

Ich mache mich auf den Rückweg, schon erwartet von unseren Hunden. Wieder spüre ich, wie dankbar ich bin, dass ich dieses Leben um mich habe und die Lebenslust, die meine Hunde ausstrahlen. An manchen Tagen ist es so einfach, dann sind unsere Tiere unsere Lehrer.

Fröhlich und achtsam gehe ich den Weg zurück. Der Duft der Hecke verstärkt dies Gefühl.

Für mich war es ein tiefes Erlebnis, das Labyrinth im Wald von Stift Börstel zu gehen.

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