Körperdialog

Fibromyalgie und Atmung

Wegen meiner Fibromyalgie war ich viele Jahre Dauergast beim Krankengymnasten und auch bei unterschiedlichen Ärzten. In der Zeit wechselte mehrfach mein Hausarzt: entweder war es mein Umzug oder der des Arztes, einmal suchte ich eine andere Meinung, das andere mal erkrankte der Arzt. Kurz gesagt viele Ärzte und Krankengymnasten haben mich gesehen, gesprochen, unter ihren Händen gehabt. Aber im Laufe der 15 Jahre hat nicht einer/eine mich auf meine Atmung angesprochen, geschweige denn einen Zusammenhang vermutet zwischen meiner flachen Atmung und meinen körperlichen Beschwerden.
Durch die ständigen Schmerzen hatte ich mir eine Atmung angewöhnt, die man gemeinhin als „Atem anhalten“ bezeichnen würde.
Ich atmete sehr flach, die Luft kam nur noch bis zu den seitlichen Rippenbögen unterhalb der Brust. Mit kurzen Atemzügen, die beim Einatmen den Brustkorb nach Innen bewegen und den Bauch einziehen, versuchte ich genügend Luft zu holen.
Von Zeit zu Zeit machte ich einen seufzenden tieferen Atemzug.
Wenn Sie mögen, probieren Sie diese flache Atmung aus:
beim Einatmen den Bauch und den unteren Brustkorb nach Innen ziehen, die Schultern bleiben unten, die Luft strömt mit Gegen-Druck bis in die Bronchien.
Sie werden merken, schnell wird Ihnen schwindelig.
Erst Margot wies mich in dem Körperseminar auf die Blockade meines Zwerchfells hin.
Denn dort war eindeutig eine starke, auch körperlich fühlbare Blockade entstanden.
Das Zwerchfell war durch meine „Schonhaltung“ völlig verkrampft und „undurchlässig“ geworden. Ich konnte nicht mehr in den Bauch atmen. Das verstärkte meine Schmerzen und hatte noch andere Auswirkungen, z.B. ständig kalte Füße.
Eine einfache Übung machte es mir deutlich. Ich kniff mir in den Unterarm das es schmerzte. Dabei ballte ich die Hand zur Faust und atmete stoßartig kurze Atemzüge. Der Schmerz verschlimmerte sich. Im zweiten Durchgang des Versuchs kniff ich mir mit der gleichen Intensität in den Unterarm. Aber nun versuchte ich tief ein zu atmen und öffnete die Hand. Der Schmerz wurde sehr viel schwächer empfunden.
Mit der Hilfe dieses einfachen Versuches verstand ich die Zusammenhänge besser.
Durch die paradoxe Atmung verschlimmerte sich der Schmerz, da nicht genügend Blutaustausch möglich war. Ein verhängnisvoller Kreislauf war entstanden.
Die Muskeln und besonders das Zwerchfell verkrampften immer mehr, bis es zu verschiedenen Blockaden gekommen war. Zwar hatte ich häufig Massagen erhalten, aber die verschlimmerten die Schmerzen noch. Ein ständiges Engegefühl im Brustkorb wurde mein täglicher Begleiter.
Entspannungsübungen, Autogenes Training und Meditation konnten nicht greifen, da mir ja gar nicht bewusst war, dass ich zu flach atme.
Erst der „Durchbruch“ des verkrampften Zwerchfells und Erdung des Körpers brachten eine große Verbesserung.
In meinen Kursen sind mir bei den Teilnehmerinnen sehr oft diese Zusammenhänge aufgefallen. Keine TNin war bisher von ihrem Arzt auf ihre Atmung angesprochen worden.
Das ist für mich ein Ansporn und auch ein wichtiger Grund, warum ich diesen blog schreibe. Ich möchte meine Erfahrungen und Übungen weitergeben, damit Betroffene selber aktiv etwas verändern können.

https://dasfingerlabyrinth.com/2014/11/06/atmung-wahr-nehmen/

https://dasfingerlabyrinth.com/2014/12/02/tiefer-atmen-uben/

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