Labyrinthe

Auf geht`s nach Chartres

Seit einigen Jahren verkaufen wir schon unsere Fingerlabyrinthe, das klassische und das nach dem Labyrinth der Kirche in Chartres. Aber bisher hatten wir das Original-Labyrinth in Chartres noch nicht gesehen, deswegen entstand in uns der Wunsch, endlich einmal nach Chartres zu reisen. Und so packen wir im Mai unser Wohnmobil und starten Richtung Frankreich, ca 900 km liegen vor uns. Wir haben eine möglichst lange Anreise durch Deutschland geplant, damit wir die erste Nacht umsonst auf einem Wohnmobilstellplatz übernachten können. So starten wir am zweiten Tag von der Mosel in Richtung Chartres, in der Hoffnung, dies am selben Tag zu erreichen. Aber weit gefehlt! Die Fahrt zieht sich. Wir wollen Mautstrecken und Autobahnen vermeiden und haben das Navi dementsprechend eingestellt. Ein Fehler, wie es mir zwischendurch scheint, denn das Navi wählt die kürzeste Strecke oder kürzeste Zeit und führt uns über Landstraßen. Nach ca. 5 Stunden Fahrt, kommt mir der Gedanke: “ Wir pilgern nach Chartres, zwar mit dem Auto, aber gemächlich über die Landstraßen. Es kostet uns wirklich etwas, dort hin zu gelangen.“ Gleichzeitig sehen wir sehr viel von Frankreich, aber schaffen es an diesem Tag nicht mehr bis Chartres. In mir ist eine Unruhe, wie ich sie selten habe, ich glaube, die Kathedrale von Chartres mit dem Labyrinth wird ein Erlebnis, das vor uns liegt, was mich nicht unberührt läßt.
Nach einer erholsamen Nacht starten wir in Richtung Chartres durch Wälder und Getreidefelder und nach zwei Stunden tauchen vor uns die Türme der Kathedrale auf. Die Spannung steigt, gerade noch vor dem Mittag checken wir auf dem Campingplatz ein. Unsere Nachbarn auf dem Platz begrüßen uns nett. Sie erkennen unseren Autoaufkleber, das Chartres-Labyrinth und empfehlen uns morgen am Freitag, kann man das Labyrinth gehen, am besten früh morgens, ab 10 Uhr ist es eröffnet. Bevor die Touristenbusse ankommen. Das wollen wir gerne beherzigen. Aber wir wollen schon heute zur Kathedrale gehen, ca eine halbe Stunde Fußweg steht auf dem Plan. Wir gehen los, und wieder ist der Weg länger als erwartet. Wieder dieses Gefühl zu pilgern und meinen Beitrag zu leisten, dieses mal in Form von körperlicher Anstrengung.

Die ersten Häuser der Altstadt sind zu sehen. Die Sonne scheint gnadenlos, warm, taucht die Häuser in helles Licht, ein freundlicher Empfang. Die erste Kirche vor uns, aus dem 12. Jhd. Wir besichtigen sie abwechselnd, denn wie immer sind Hunde verboten. Ein eindrucksvoller Bau, an dem der Zahn der Zeit nagt. Wie wird die große Kathedrale sein, frisch renoviert? Weiter geht es durch die Gassen der Stadt mit leichter Steigung. Wo ist nun die Kathedrale, wir haben sie aus den Augen verloren? Auf der nächsten Kreuzung lassen wir unseren Blick wandern und sind überwältigt von dem ersten Anblick der Kathedrale mit ihrer eindrucksvollen Rosette aus Stein. Was wird uns drinnen erwarten, wenn es draußen schon so atemberaubend aussieht?
Wunderschön.

 

 

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