Impulse

Fibromyalgie und Körperspannung

Ich lade Sie ein, einmal folgenden Versuch mitzumachen:

Setzen Sie sich entspannt hin. Fühlen Sie: was ist entspannt für Sie.

Nun stellen Sie sich eine Situation vor, die Ihnen Streß bereitet, das braucht nichts besonders zu sein. Vielleicht ein Zeitungsartikel, ein Brief von einer Behörde, ein Telefonanruf, eine Meinungsverschiedenheit? Eigentlich etwas nicht wirklich Aufregendes. Wie verändert sich ihre Körperspannung? Ihre Körperhaltung? Bauen Sie eher eine Kampfhaltung auf oder gehen Sie in eine Verteidigungshaltung? Wie fühlt sich ihre Spannung an? Kennen Sie das Gefühl dieser Anspannung in Ihrem Körper? Nehmen Sie es bewusst wahr und verstärken Sie nun diese Spannung. Halten Sie einen Moment diese Spannung. Was ist mit Ihrem Atem? Halten Sie ihn gerade an? Atmen Sie kurz? Verstärken Sie noch einmal die Spannung und lassen dann beim nächsten Ausatmen los und gehen in die Entspannung. Wenn Sie mögen, wiederholen Sie die Anspannung, das Halten und  die Entspannung noch einmal, um deutlich zu fühlen, was Streß in Ihrem Körper auslöst.

Viele Fibromyalgie Betroffenen sind in einer ständigen Anspannung. Häufig bemerken sie es gar nicht in ihrem Alltag. Es ist ein Kreislauf, der den Schmerz im Körper hält. Anspannung verstärkt den Schmerz, wir spannen noch mehr an, unbewusst halten wir den Atem an. Auch das führt zu einer Verstärkung des Schmerzes. Sogar nachts sind wir angespannt. Das überträgt sich auf unsere Körperhaltung. Wir stehen nicht mehr fest auf unseren Füßen, weil wir auch dort angespannt sind. So bleibt die gespannte Energie in unserem Körper, denn der natürliche Energieableiter, unsere Füße, an denen wir viele Reflexpunkte haben, leiten nicht mehr vollkommen ab.

Der erste Schritt, etwas zu verändern, ist das „Bewusst machen“. Wahr nehmen, was ist. Nur wenn ich auch erkenne, wann ich angespannt und wann ich entspannt bin, kann ich etwas verändern.
Mein Tipp: In den nächsten zwei Wochen mehrmals am Tag und auch nachts, wenn man wach wird, die „Stopp-Taste“ drücken. Einfach in der momentanen Situation einfrieren, für einen kurzen Moment und wahrnehmen, wie die Körperspannung jetzt gerade ist. Falls eine Anspannung vorhanden ist, diese etwas verstärken, kurz halten und dann locker lassen beim nächsten Ausatmen.

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