Labyrinthe

Maria Magdalena in Bad Bramstedt

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Es ist gut, der Inneren Stimme zu folgen – und wo landeten wir?
In Bad Bramstedt. Wo liegt das denn – fragen Sie sich jetzt bestimmt. Tja, das habe ich auch gedacht.
Wir hatten noch 4 Urlaubstage und waren gerade auf einen Zwischenstopp in Lübeck. Was machen wir noch mit den restlichen Tagen, fragten wir uns. Nordsee – Ostsee oder was sonst? Zuerst einmal darüber schlafen, dann am Morgen entscheiden. In dieser Nacht träumte ich ständig den Namen: Bad Bramstedt. So eindringlich, dass ich es morgens meiner Familie erzählte. Wo liegt das? – war dann auch unsere erste Frage.
In Schleswig-Holstein, Kreis Segeberg. Ein Moorheilbad.
Okay – und es hat einen kleinen Campingplatz. „Also gut, fahren wir nach Bad Bramstedt! Lassen wir uns von dem Traum leiten und überraschen!“
Der Campingplatz war klein, aber sauber und der Ort ist nett angelegt, besonders der Klinikpark.
Aber was wollte meine Innere Stimme mir denn sagen? Aha, die Kirche im Ort heißt Maria-Magdalenen-Kirche.
Seit einigen Jahren schaue ich mir Kirchen unter einem besonderen Gesichtspunkt an, nämlich, ob und wie Maria Magdalena dargestellt ist. Sie wird traditionell mit rotem, langem Haar und rotem Mantel dargestellt. Teilweise auch mit einem rotem Kleid. Im Gegensatz zur Mutter Maria, die blau dargestellt wird, meistens mit einem weißen Kleid, selten hat sie ein rotes Kleid an. Ihre Haare sind braun, selten rötlich.
Nachdem ich über die Verehrung von Maria Magdalena in Frankreich einiges gelesen hatte, erscheinen mir viele Darstellung in den Kirchen in einem neuen Licht. Wenn ich eine Mutter Gottes mit Kind sehe, schaue ich auf die Haarfarbe, Kleid, Mantelfarbe und frage mich, wen unsere Ahnen wirklich darstellen wollten: Mutter Maria mit dem Jesuskind oder Maria Magdalena mit ihrer Tochter Sarah Tamar.
Ich weiß die Antwort nicht, denn die Wege der französischen Legende bis nach Deutschland kenne ich nicht. Aber ich habe habe bereits einige Madonnendarstellungen gesehen, die mich zweifeln lassen, ob es Mutter Maria ist. Oder Altarbilder, die Jesus und Maria darstellen – welche Maria sitzt mit Christus auf dem Thron?
Und nun die Maria-Magdalenen-Kirche im hohen Norden Deutschlands. Im Inneren der Kirche gibt es einen alten Altar aus dem 14 Jhd. In der Mitte Jesus, als Herrscher der Welt und die himmlische Maria. Dann, an der Südseite, der wertvolle Schatz dieser Kirche, eine kleine Holzstatur, die Maria Magdalena darstellt.
Sie ist aus Lindenholz geschnitzt und das Werk eines unbekannten Meisters aus der Zeit um 1500. Der trauernde, aber doch liebliche Gesichtsausdruck sowie der Faltenwurf des Gewandes tragen spätgotische Züge.“ beschreibt es die Seite der Kirchengemeinde.

Als ich davor stand, war mein erster Gedanke: „Ist sie schwanger?“ Der Faltenwurf des Kleides ließ dies vermuten. (Später habe ich gelesen, dass dies eine typische Darstellung in der Gotik ist) Sollte es so sein, wäre dies für mich ein Beweis, dass die Legende aus Frankreich bis nach Norddeutschland vorgedrungen ist. Könnte es sein, dass meine Innere Stimme mir dieses mitteilen wollte, warum sonst kam mir Bad Bramstedt in den Kopf, ein Ort, den ich zuvor nie gehört hatte?
Es würde mich freuen, wenn es Leser gibt, die auch auf den Spuren von Maria Magdalena in Deutschland sind und sie hier einen Kommentar hinterlassen.

 

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